Fritz Steiner

Schleudertrauma und visuelle Wahrnehmungsstörungen

Verschiedene Beschwerdenkomplexe prägen das Störungsbild nach einer Halswirbelverletzung. Visuelle Wahrnehmungsstörungen können die Alltagsaktivitäten und die Lebensqualität dieser Menschen stark beeinträchtigen. Das visuelle System lässt sich jedoch nicht nur auf die visuelle Wahrnehmung einschränken, sondern es beeinflusst andere Systeme und wird durch andere Systeme beeinflusst. Speziell sind das Gleichgewichtsorgan, Kopfschmerzen/Migräne und die Raumwahrnehmung zu erwähnen.

 

In einem Fachartikel "Schleudertrauma und visuelle Wahrnehmungsstörungen" in der Fachzeitschrift des Schleudertrauma Verbandes habe ich diese Störungen sowie Hilfemöglichkeiten mit der Irlen Methode beschrieben.

 

 

Die folgenden Fragen erlauben einen Einblick in das mögliche Störungsbild der visuellen Wahrnehmung nach einer Halswirbelverletzung oder auch nach Schädel-Hirnverletzungen.

Wahrnehmungsaktivitäten, die nach einem Schleudertrauma beeinträchtigt sein können

Wenn mehrere der unten aufgeführten Probleme auf Sie zutreffen, dann können farbige Filtergläser die Beschwerden reduzieren oder beseitigen. Eine Abklärung nach der Irlen Methode kann weiter helfen.

Beschwerden

trifft zu

Lichtempfindlichkeit. Beeinträchtigung durch Glanz, Glitzern, Neonlicht, helle Lichter, Sonnenlicht, Autoscheinwerfer oder Strassenlaternen bei Nacht. Beleuchtung kann Kopfschmerzen, Stress, Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten, Schläfrigkeit oder Angst/Fluchtgefühle auslösen.

ja/nein

Anstrengung und Stress. Generelle Müdigkeit, Erschöpfung oder Anstrengung verursacht durch beliebige Lichtquellen oder fortgesetzte Arbeiten, die visuelle Anstrengung erfordern so wie Lesen, Schreiben, Kopieren, Fernsehen oder Arbeit am Computer.

ja/nein

Ablenkbarkeit. Die Leistungsfähigkeit wird durch leichte Ablenkbarkeit bei den Hausaufgaben, beim Lesen oder bei Klassenarbeiten beeinträchtigt.

ja/nein

Fertigstellen von Arbeiten. Schwierigkeiten eine Arbeit zu beginnen oder zu beenden. Häufig wird die Arbeit zusätzlich durch Pausen und Fehler beeinträchtigt.

ja/nein

Arbeitsverhalten. Schwierigkeiten, bei der Sache zu bleiben, leicht ablenkbar, Arbeiten schreiben, ohne dafür geübt zu haben. Das Üben ist so mühsam, dass man es lieber sein lässt.

ja/nein

Dreidimensionales Sehen. Schwierigkeiten mit einer ganzen Anzahl von Aktivitäten, die die Fähigkeit voraussetzen, akkurat Entfernungen und räumliche Beziehungen von Objekten zu schätzen. Z.B. das Betreten und Verlassen einer Rolltreppe, Treppensteigen, Autofahren oder Finden eines unbekannten Ortes.

ja/nein

Ungeschicklichkeit. Schwache Koordination, Dinge umstossen oder fallenlassen, häufiges Stossen z.B. an Tischkanten oder Türklinken.

ja/nein

Autofahren. Schwierigkeiten mit dem dreidimensionalen Sehen, Glitzern oder Müdigkeit.

ja/nein

Beobachtung sich bewegender Objekte. Schwierigkeiten beim visuellen Verfolgen fahrender Autos, Scrolen am Bildschirm, beim Fernsehen, oder dem Lesen von Untertiteln bei Filmen.

ja/nein

Schläfrigkeit im Auto. Im Auto als Fahrer oder als Beifahrer müde werden. Kann sich sogar in extremen Fällen als Reiseübelkeit oder Seekrankheit manifestieren.

ja/nein

Autofahren bei Nacht. Beeinträchtigter Komfort, Sicherheit und Nachtfahrtauglichkeit können ihre Ursache in schlechtem dreidimensionalen Sehen oder in Empfindlichkeit gegenüber dem Licht entgegenkommender Autos oder von Strassenlaternen haben.

ja/nein

Generelle Müdigkeit oder Erschöpfung. Nach der Schule erschöpfter oder müder sein, als erwartet.

ja/nein

Zuhören. Probleme beim fortgesetzten Aufnehmen auditiver Informationen. Energie wird auf das korrekte Sehen verwendet, was mit der Aufnahme verbaler Informationen kollidiert.

ja/nein

Kommunikative Fähigkeiten. Unter sehr hellem oder Neonlicht wird mehr Energie für das Zuhören sowie das Fortführen einer Unterhaltung aufgewendet , was zur Beeiträchtigung des Redeflusses und Gedankenflusses führt, auch zu überhastetem Sprechen.

ja/nein

Kopfschmerzen/Migräne. Unwohlsein oder Stress in Verbindung mit jedem der folgenden Punkte: Sonnenlicht, Neonlicht, sehr helles Licht, Lesen, Schreiben, Abschreiben, Mathematik, Arbeit am Computer, Fersehen, Kino.

ja/nein

Wahrnehmung allgemein. Schärfe, Komfort oder die Fähigkeit, Dinge in der Umgebung wahrzunehmen. Es gibt möglicherweise Probleme dabei, ein Ziel ins Auge zu fassen oder im Auge zu behalten.

ja/nein

Magenschmerzen. Es wird häufig von Magenschmerzen in Verbindung mit Lesen, Schreiben oder bei Tests und Klassenarbeiten berichtet.

ja/nein

Temperamentsausbrüche. Schwache Kontrolle über das eigene Verhalten bei hellem oder Neonlicht, was sich sogar in aggressivem Verhalten äussern kann.

ja/nein

Übelkeit. Unwohlsein in Verbindung mit Lichtempfindlichkeit, Lesen, dem Gebrauch von Computern oder bei der Schreibtischarbeit.

ja/nein

Mit den Augen verfolgen können. Schwierigkeiten beim gleichmässigen Erlesen/Verfolgen eine Schriftreihe oder von Objekten in der Umwelt.

ja/nein

Schwindel. Schwierigkeiten beim Gehen, beim Treppensteigen, auf Rolltreppen verstärkt bei strukturierten Bodenflächen (Verbundsteinboden, Kopfsteinpflaster, Plattenboden mit kontrastreichen Fugen).

ja/nein